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Voltaireschule Potsdam
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Werkstatt Ästhetische Horizonte

Kulturelle Zäsuren begleiten und determinieren die gesellschaftliche Entwicklung und finden zeit­lich versetzt in der Regel auch Eingang in das System Schule. Kultur ist Schule und umgekehrt. Kultur ist gleichermaßen Über- und Inbegriff von Bildung und deren beider Ausprägung letztlich Sinn, Zweck und Gegenstandsfeld von Schule. Moderne Bildungstrends sehen auf der Grundlage eines weiten Kulturbegriffs heute in Schule bewusster akzentuiert als etwa noch vor zwanzig Jah­ren vor allem einen Ort und Prozess kultureller Bildung.

Als in den 1990er Jahren eine rasante Medienentwicklung gravierende gesellschaftliche Umbrüche eröffnete, erwies sich zunehmend auch der zu diesem Zeitpunkt praktizierte Lernbegriff und das darauf basierende Lehr-Lern-Verständnis als obsolet, gelangte u. a. die Lehr-Lernforschung zu neuen lernpsychologischen Erkenntnissen, die stärker akzentuiert Lehren und Lernen als eine Be­förderung lebenslangen, selbstgesteuerten bzw. individualisierten Lernens auffasst. Die Voltaire­schule folgte diesem (Entwicklungs-)Prozess und integrierte seit Ende der 1990er Jahre schritt­weise aktive Medienarbeit und -bildung in konzeptionelle und Unterrichtsprozesse und prägte da­mit ihr spezifisches Schulprofil „Medien und Kommunikation“ und Sprache.

Nachhaltige [[Medienkonzept|Medienbildung]] steht noch immer bzw. mit der Einführung neuer Rahmenlehrpläne neuerlich im Fokus moderner Schulentwicklung, jetzt noch intensiver interdisziplinär gedacht und verstanden als gleichrangige Kulturtechnik neben dem Lesen, Rechnen und Schreiben.

Parallel dazu verdeutlichte die interne Schulentwicklung an der Voltaireschule weiterhin aber auch den Fortbestand weitgehend fehlender Interdisziplinarität, selbst auch im künstlerisch-ästhetischen Unterrichtsfeld. Schrittweise setzte sich an der Schule die Erkenntnis durch, dass im Rahmen be­stehender Lehr-Lernarrangements künstlerisch-ästhetische Bedürfnisse und Interessen Lernender zu wenig bedient werden. Zumeist findet künstlerisch-ästhetische Bildung verpflichtend in den da­für vorgesehenen Fachdisziplinen des traditionellen Fächerkanons statt. Als Kerngebiete kulturel­ler Bildung bleiben sie gemessen an dem in ihnen steckenden Potential zu statisch und tragen ins­gesamt noch zu wenig dazu bei, das Prinzip der klassischen Unterrichtsschule aufzubrechen und schulische Bildung als einen den Fächerkanon phasenweise aufbrechenden Lehr-Lernprozess zu verstehen.

Vor diesem Hintergrund entwickelte die Voltaireschule seit 2012 für die Sekundarstufe I einen Rahmenlehrplan für die Sekundarstufe I „Werkstatt Ästhetische Horizonte“ für ein Unterrichtsfach „Werkstatt Ästhetische Horizonte“, das mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 für eine Unterrichtsklasse eingerichtet wird. Neben einer verstärkt interdisziplinären Verzahnung der Fächer des künstlerisch-ästhetischen Unterrichtsfeldes, der Einbeziehung des Theaterspielens, des Deutschunterrichts als Plattform sprachkünstlerischen Spracherwerbens und -gestaltens sowie praktischer Medienarbeit intendiert das Fach u. a. neuartige Formen des Lehrens und Lernens, wie zum Beispiel Werkstatt- und Atelierunterricht oder schulöffnende Kulturprojekte. Dabei wird von der Vorstellung ausgegangen, dass kulturell aktive Kinder viel erfahren, was anderen oft verborgen bleibt, z. B. Kreativität, eigene Stärke, Neugierde, Phantasie oder Wertschätzung von Kunst und Originalität.

An der Voltaireschule werden Formen offenen Unterrichts schon erfolgreich praktiziert, die Werkstattcharakter tragen (z. B. LuBK-Monatsthemen, MuK-Gesellenstück), das Fach „Werkstatt Ästhetische Horizonte“ jedoch erklärt den Werkstattcharakter als zentrales Strukturprinzip Lernens und Lehrens, als Werkstattunterricht und Schule als Werkstatt.

WAeH